Hypnose in alten Kulturen

In vielen der alten Hochkulturen, aus denen Aufzeichnungen überliefert sind, waren Hypnose und Trance bekannt.

Das alte Ägypten
Im demotisch-magischen Papyrus aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. sind auf Hieratisch, Demotisch und Griechisch detaillierte schriftliche Anleitungen festgehalten, wie man Trancen induziert und sich mit Hilfe von Fixationen in einen Zustand der Selbsthypnose versetzt. Diesen Aufzeichnungen zufolge wurde die Hypnose für Vorhersagen über die Zukunft genutzt, nicht zur Heilung von Krankheiten.

Die Maya
Auch in den südamerikanischen Hochkulturen wurden Trancezustände herbeigeführt. Teils über rituelle Tänze oder Drogen, teils auch durch so drastische Maßnahmen wie starken Blutverlust im Rahmen eines Blutopferrituals. Mit diesen Ritualen sollten Götter und Ahnen positiv beeinflusst werden.

Der griechische Tempelschlaf
Im antiken Griechenland wurden Trancezustände zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten eingesetzt. Der sogenannte Tempelschlaf war ein Bewusstseinszustand „zwischen Wachen und Schlafen“. Die Patienten wurden von den Priestern tagelang in diesen Schlaf versetzt, so dass ihnen im Schlaf eine Gottheit erscheinen und – unterstützt von Schlangen – die Heilung vollziehen konnte. Ein Überbleibsel davon ist der Äskulapstab, der heute das Symbol für Ärzte und Apotheker ist.

Weitere alte Kulturen
So vielfältig wie die möglichen Tranceinduktionen sind, so vielfältig sind die Riten in unterschiedlichen traditionellen Kulturen, die teils bis heute Bestand haben.

Die Sioux-Indianer nutzen die Reduktion von Außenreizen und körperlicher Bewegung zur Tranceinduktion, wenn die jungen Männer am Übergang zum Erwachsenenalter nackt und allein in einer Höhle fasten, bis ihnen in einer Vision ihr Totemtier erscheint.

Im Voodoo-Kult passiert das genaue Gegenteil. Hier fallen die Medien in Trance, indem sie ekstatisch im Dauerfeuer übersteigerter Außenreize tanzen, bis ein Geist von ihnen Besitz ergreift.

Verschiedene Indio-Völker im Amazonasgebiet nutzen für ihre Trancen Ayahuasca, ein Pflanzenextrakt.

Diese Aufzählung ließe sich noch beliebig fortführen – doch der Grundgedanke ist wohl klar geworden: in allen alten Kulturen gab und gibt es Trance-Phänomene, die zum Wahrsagen, zur Heilung von Krankheiten oder aus religiösen Gründen heraus genutzt wurden und werden. Überall auf der Welt und zu jeder Zeit. Die Hypnose ist also eine ureigene Fähigkeit des Menschen, wobei alle einnehmbaren Mittel mittlerweile von der Medizin und Forschung als nicht sinnvoll erweisen.