Show-Hypnose

Der Hypnotiseur wählt zufällige Personen aus dem Publikum aus, versetzt sie in Trance und bringt sie dazu, alberne bis peinliche Dinge auf der Bühne zu tun: ihren eigenen Namen zu vergessen, beim Zählen der eigenen Finger eine Zahl zu überspringen und damit auf elf Finger zu kommen, oder sich wie Elvis zu bewegen. Das ist die Vorstellung, die viele Menschen von der Show-Hypnose haben, und das ist auch das, was diese Menschen erleben.

Die Wahrheit allerdings ist vielschichtiger. Zunächst einmal wählt der Hypnotiseur nicht zufällig irgendwelche Leute aus. Eine seiner Hauptfähigkeiten ist eine extrem gute Menschenkenntnis. Nicht alle im Publikum würden gleich gut auf seine Techniken reagieren – also wählt er sehr gezielt die aus, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist.

Selbstverständlich setzt er dann auch hypnotische Techniken ein bzw. solche Techniken, die eine Trance fördern. So manches davon erinnert an die Rituale der alten Kulturen: große Gesten, geheimnisvolles Verhalten, Machtdemonstration, Verschleierungstechniken. Aus der Klassischen Hypnose nutzt die Showhypnose dazu Elemente wie eine besondere Sprache, Betonung, Fixationsmethoden und ähnliches.

Die Teilnehmer, die sich auf die Bühne führen lassen, geben – zumindest unbewusst – ihr Einverständnis, der Leitung des Hypnotiseurs in seinem Rahmen zu folgen und grundsätzlich mitzumachen. Darüber hinaus kommen gruppenpsychologische Effekte, die die individuellen Wünsche hinter den Gruppenwunsch stellen. Wenn die Teilnehmer nun noch auf gewisse Art daran glauben, dass Hypnose willenlos und Fremdbeeinflussung möglich macht, dann gelingt die Show-Hypnose. Es ist also durchaus vieles „echt“, was auf Showbühnen gezeigt wird. Aber der Umkehrschluss, dass ein Hypnotiseur jeden zu jedem Verhalten bringen kann, ist grundsätzlich falsch.